Die Anwandlung eines Hauchs nur, ein winziges Fitzelchen wenn überhaupt oder maximal einen kleinen Tacken hat das wundervollste Lächeln eingebüßt, als es eines Tages wieder auf der Bildfläche aufgetaucht ist. Zuerst ist mir das auch garnicht aufgefallen; alles schien wie immer. Das Lächeln war umwerfend. Es hat sogar damit gedroht drei Meter in alle Richtungen groß zu werden und mich platt zu machen, während ich nur ungläubig mit dem Kopf schütteln konnte.
Es hat mich provoziert. Ich habe es mit allerhand ironischem Krimskrams aufgezogen. Es hat sich gewehrt. Ich habe nach Wendungen gesucht, um zurück zu schlagen. Es hat noch einen oben drauf gesetzt. Ich habe nach Worten gerungen, um nicht unter zu gehen.
Es war grandios; alles schien wie immer.
Das wundervollste Lächeln raucht jetzt. Es musste damit anfangen, dort wo es gewesen war, weil es anders nicht auszuhalten gewesen wäre. Aber, so erklärte es mir schmunzelnd, es wäre ja schon wieder am aufhören, doch dies müsse langsam geschehen, man solle nur nichts überstürzen und das mache es bei allen Dingen so. Nickend, stimmte ich ihm zu, nicht ohne die zusammengepressten Lippen bei der Erklärung gesehen zu haben.
Unsere Zeit zusammen war schon fast vorbei - dem kurzen Nicht-Lächeln wollte ich schon keine Bedeutung mehr beimessen - als aus dem Lächeln ein Mund wurde, der plötzlich erzählte und erzählte über jene Zeit, als das Lächeln abgetaucht war. Es war eine Lächeln-feindliche Zeit gewesen, eine Zeit in der Niedergeschlagenheit und Tränen die Herrschaft übernommen hatten. Ich war sowohl davon überrascht, als auch von mir, wie normal ich damit umgehen konnte - bis...da muss ich kurz ausholen:
Man stellt sich ein Lächeln ja eher so als Mund vor: ein Mund mit nach oben gezogenen Mundwinkeln. Natürlich ist das wundervollste Lächeln viel komplexer (ein Grübchen hier, eine Nuance mehr Ausstrahlung dort usw.), doch darauf will ich gar nicht hinaus, sondern darauf, dass das wundervollste Lächeln einen Körper hat. Mit Füßen, Beinen, Rumpf, Armen, Händen und das Lächeln das den Kopf fast überstrahlt. Gut, das wäre verstanden.
Also zurück:
- bis... ich eine Narbe und feine Pünktchen links und rechts davon direkt hinter jeder Hand, längs auf dem Unterarm entdeckt habe - und als ich sie erstmal entdeckt hatte, musste ich mich zwingen nicht andauernd dorthin zu schauen. Ich konnte nichts dazu sagen und dann verabschiedeten wir uns bald darauf.
Obwohl alles fast wie immer war, schien es plötzlich, dass auch nichts jemals wieder gewesen sein könnte.
Arakasi - 13. Nov, 23:39
So sehr wie es jetzt schon bei dir prickelt, wird es das nächste oder spätestens das übernächste Mal so richtig einschlagen.
Wobei manchmal aber auch die beste Vorhersage sich irrt; hoffentlich.
Arakasi - 3. Nov, 08:24
Früher war ich derjenige mit dem sich Nächte um die Ohren geschlagen wurden, alles andere stehen und liegen gelassen wurde, wenn wir miteinander reden konnten und deine Freunde sich wunderten, wer denn der Typ ist, mit dem du soviel Zeit verbringst.
Jetzt rutsche ich allmählich in die Rolle deiner Freunde - und so ganz finde ich mich darin noch nicht zurecht. Es fühlt sich zu sehr nach einer Nebenrolle an, wo doch die Hauptrolle damals so greifbar schien. (Filmmetaphern sind paradox; denn keine Wirklichkeit lässt sich mit einem Film vergleichen und gerade deswegen wird die Metapher jetzt überstrapaziert bis sie auseinander reißt) Doch in seltenen Fällen wünsche ich mir in Filmen, dass aus einer Nebenrolle ein eigener Film gemacht wird, weil diese augenscheinlich viel mehr Tiefgang verspricht, als all die aufpolierten Hauptdarsteller. Ich will genau so eine Nebenrolle zu werden.
Eine Nebenrolle auf die ich gerne zurück blicken werde.
Eine Nebenrolle, die niemand vermissen würde, wenn sie der Film nicht hätte, aber es dem Film gut tut, dass es sie gibt.
Eine Nebenrolle zum Festkrallen; immer im Hintergrund, aber immer da.
Doch auch die beste Nebenrolle findet sich nur ganz unten auf einem Kino Plakat; so groß, dass man sie normalerweise nicht lesen kann. Wer erinnert sich schon an die Oscar-Preisträger, der letzten Jahre, die für ihre beste Nebenrolle gewürdigt wurden?
Lieber eine Hauptrolle in einem Independent-Film, als eine Nebenrolle in einem Hollywood-Schinken.
Zeit für den Filmriss...ritschratschreibekuchen
Arakasi - 3. Nov, 01:28
(nothing more here)
Arakasi - 30. Okt, 17:57
Ordinärfarben.
Weiß oder lila und gelb; jedenfalls stürzen sich weder Weiß noch die Farben in unbekannte, lockende Fluten, wenn sie das heimische Gefilde ganz in Ordnung finden, behauptet Eleisa, als sie gerade in ihrer ganz eigenen Art die hitzige Diskussion mit ihrem Kater weiter anheizen möchte, um ihn aus der Reserve zu locken. Mehr als ein mitleidiger Blick ist ihm diese wilde Spekulation allerdings nicht wert. Da will doch keine Farbe mehr ein Risiko eingehen, poltert Eleisa und legt noch einen nach, und geben sich mit ihrer Normalität zufrieden: nur weiß, kein wundervolles schneeweiß oder gar schlohweiß, nur lila und gelb, kein entzückendes fliederfarben und erfrischendes citrongelb. Dem Kater ist das sowas von egal und geht erstmal was mampfen. Ach, diese Farben...sie bringen mich noch um meinen Verstand, klagt Eleisa - wie immer - schlussendlich.
Dass du dir aber auch immer Hoffnungen machen musst, dass gerade du etwas ändern könntest, kaut der Kater ihr etwas vor, und du willst doch gar nicht völlig bei Verstand sein.
Konspirativfarben?
Arakasi - 31. Jul, 17:46
Luftschlosslachen.
Ein geradezu episches Lachen: Berge versetzend, Eiskappen abschmelzend und Luftschlösser bauend. Man könnte aber auch in dem Lachen baden, ein 5-Gänge-Menü damit kochen oder es auf die Kinder aufpassen lassen.
Das epische Lachen hat, wie es sich für ein Lachen gehört, auch eine kleine Schwester: das wundervollste Lächeln. Mit dem wundervollsten Lächeln kann man Pferde stehlen, Drachen zähmen und Elefanten auf den Olymp teleportieren. Dass es Launen vertreibt, hoch ansteckend und unbezahlbar ist, muss hier ja eigentlich nicht mehr erwähnt werden, oder?
Oh, und Lachen samt Lächeln sind verloren gegangen. Irgendwie. Nichts genaues weiß man nicht. Plötzlich waren sie weg. Nur mal eben Zahnpasta Kaufen wollten sie. Zack. Weg waren sie. Verschwunden.
Unter den guten Kalauern munkelt man, dass das Lachen irgendwo im Halse stecken geblieben ist. Die schlechten Kalauer tun dies als lächerlich ab. Und vom Lächeln fehlt sowieso jede Spur.
Wollten sie sich gar verstecken? Manchmal gibt es eben einfach nichts zu Lachen - nicht mal für das epische Lachen und das wundervollste Lächeln; vielleicht gerade nicht für diese beiden.
Schlupflochlachen.
Arakasi - 12. Jul, 23:01
Yak, murmelt er.
Ypecaharalle, grummelt er.
Yucatan-Hörnchen, brabbelt er.
Yonahlossee Salamander, melodeit er.
Yeti-Krabbe, sabbelt er.
Die letzten beiden, die er kennt, behält er für sich. Da kann man machen, was man will.
"Ich habe ein Geheimnis", flüstert er verstohlen nachts, wenn er sicher ist, dass ihn niemand hört. Dann kuschelt er sich in seine Kissen, mummelt sich in seine Decke, und träumt von all den Tieren, die für ihn keine Namen haben. Doch er ist mit seinen sieben glücklicher, als er es je mit 23 oder 117 oder 252 sein könnte. Denn diese sieben sind außergewöhnlich.
Nur um diese naive Harmonie zu zerstören, muss erwähnt werden, dass Xaver irgendwann diesen sieben überdrüssig wurde, und sich von Yvette, vier von ihren sechs Tieren mit "Q" besorgt hat.
Arakasi - 19. Mai, 00:23
Insolvenzabschlusstanz.
Leicht entflammbare Jeansbeine, grasende DJs und pochende Herzen aus Membran. Mittendrin: eine traurige Nele. Warum? Nele hat schlicht und ergreifend ihren Tanzbären zu Hause vergessen und jetzt steht sie völlig verloren auf der überbordenden Tanzfläche (ihr Tanzbär - der alte Fuchs - hätte sicher erkannt, dass es die Menschenmassen sind, welche über die Tanzfläche hinausschwappen und diese selbst kein Stück größer ist als in ihrer oft einsamen Vergangenheit). Doch sie selbst nimmt nur gespielte Freundlichkeit und geheucheltes Interesse, gepackt in verrenkende Gliedmaßen und verschwitze T-Shirts, wahr; was eine herausragende Beobachtung wäre - wenn sie diese nicht jedes Mal hätte. Ohne ihren Tanzbären tippt und tappt sie vorsichtig mit ihren Füßen, doch jeder Schritt fühlt sich unecht an. Wieso hat sie ihren Tanzbären vergessen? Wie konnte ihr das nur passieren? Sie findet keine Erklärung und doch die Nacht kein Ende, fast als wäre es der Nacht egal.
Soloarresttanz.
Arakasi - 14. Apr, 02:58
Sonnenbrandallüren.
Blümchenkleid, Elfenhaar und still ineinander gelegte Hände. Franck knetet aus Erdbeereis Amish People -oder was er dafür hält- und lässt sie Straßenbahn fahren, dann aussteigen und in der Innenstadt umherirren. Wären sie vernünftig, würden sie es sich kühl und gemütlich in der Pathologie einrichten, aber sie bevorzugen es vor Verzücktheit, ob der „neuen“ Erfahrungen, die sie schon kennen und nicht brauchen und trotzdem jedes Mal wieder erleben wollen, in der Sonne zu zergehen. Eis ist emotional, geduldig und wiederverwertbar. Ein bekränzter Regisseur könnte aus diesem Szenario etwas herausholen, aber nicht dieser subjektive Trottel von Franck, der als Hobbies stets, in der Hoffnung damit avantgardistisch zu wirken, angibt: „Eis essen; und mit den Zähnen tanzen“. So aber wirkt das alles vernunft- und hoffnungslos.
Sonnenbrandhautschälen.
Arakasi - 11. Apr, 01:08