Montag, 25. November 2013

Blickdicht (naja, so halb, manche können durchschauen) XI

Buchstabenverstecker.
Tina versteckt sich gerne hinter ihren Texten, oder vielleicht besser: hinter ihren Buchstaben, z.B. dem Hollywood-Schriftzug. Ihr Leben ist auch mindestens so aufregend wie Hollywood, ist ein Satz, der hier nicht steht, weil er viel zu kitschig ist und wohl nicht mal stimmt. Der Hollywood-Schriftzug ist ziemlich sicher auch von jemand anderem. Vielleicht versteckt sie sich auch hinter ihren Texten, aber das weiß man nicht, weil noch niemand sie je gelesen hat. Sie behält sie lieber, sagt sie. (Große Buchstaben und Wörter schreibt sie aber dann doch manchmal - in Momenten in denen sie aber besser reden sollte.) Texte von anderen liest sie aber gerne. Ach, was sage ich? Es ist fast wie eine Sucht. Sie weiß, dass sie sich mehr auf sich konzentrieren sollte, aber der Drang herauszufinden, was andere in ihrem Innersten beschäftigt, ist einfach zu stark. Sie hat sich und anderen auch geschworen, es nicht mehr zu tun, aber ob sie das wirklich durchhält, weiß man nicht. Wahrscheinlich liest sie sogar das hier. Das mag alles paradox klingen? Ist es auch. Alles.
Versprechen(ver)brecher.

Mittwoch, 13. November 2013

This is not the greatest love story of all time, probably

Julia konnte, aber nur wenn sie wollte, so laut reden wie kein anderes Mädchen. Das gefiel ihm sehr. Nur mit dem Antworten ließ sie sich Zeit. Manchmal vergingen Tage, ohne dass sie etwas von sich gab. Dann konnte er sie nicht einschätzen wie ein lockendes Irrlicht bei Nacht bei dem man nicht weiß, ob es zehn Meter oder zehn Kilometer entfernt ist. Er beschloss, dass es sich schon lohnen könnte, sie sich näher anzuschauen: Schritt für Schritt; Arme weit von und vor sich gestreckt, damit er gegen kein Hindernis läuft und immer bereit sich einfach umzudrehen und davon zu rennen. (Als könnte er es überhaupt inzwischen noch anders?) Er würde es aber lieber als "selbstbewusstes Tappen im Dunkeln ohne eigentliches Ziel und ohne Not oder gar Dringlichkeit" bezeichnen, aber vielleicht lügt er sich da selbst etwas an. Er weiß es schlicht nicht. Er weiß nur, dass dieses Mädchen etwas hat, was sonst nicht viele haben und dass man sich auf absolut gar nichts verlassen darf.

Mittwoch, 6. November 2013

...

Wenn er nicht mehr schreiben könnte, würde er Träume aus Seifenblasen verkaufen oder Wasser in Cola-Flaschen. Es müsste einfach nur etwas sein, das Teile seiner Surrealität aufsaugt und an andere abgibt. Wenn er das nämlich nicht macht, geht ihm die Realität verloren - oder er der Realität. Das ist dann aber auch schon egal.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Feuer im Säulengang der Unterwelt!

Sie hat ihn aus einem Traum erweckt. Nicht, dass er das gewollt hätte und es hat auch ganz schön auf seine Stimmung gedrückt, aber dann hat er doch seine Sicht auf die Dinge zurück gewonnen. Das letztere war übrigens jetzt erst. Er macht die Augen auf. Licht flutet quer durch den Raum. Und nur ein kleines, dämmriges Etwas verbleibt in diesem Speer aus Licht. Es ist ein dreckiger, erstarrter Engel. Gefangen. Gefangen in einem Prisma aus Licht.
Sein Blick ruht kurz auf ihm: es ist die Reflektion einer Reflektion. Dann steht er auf und geht. Er wird sich nicht zu früh umdrehen, sondern einfach warten bis es vorbei ist.

Dienstag, 8. Oktober 2013

...

Es muss ja irgendwie weiter gehen, aber ich weiß gerade einfach nicht wie. Nicht den Hauch einer Ahnung. Tag für Tag. Doch wenn man in nichts 100% steckt, weil man das, was man wirklich haben will, nicht haben kann, dann...ja....dann??? Ein Dahintreiben. Ein auf-ein-Wunder-Warten.

Donnerstag, 12. September 2013

Blickfrei I

Ich bin so zornig. Und ich mag das Gefühl. Vorsicht sollte geboten sein. Du kannst jetzt noch gehen. Letzte Chance.... Vorbei. Die kleine, süße Christina lebt auf ihrer Eisscholle (See what I did there?) und fühlt sich dort sicher und geborgen, obwohl sie dort erst alleine gelassen wurde und schlussendlich zusammen mit der Scholle (I did it again) untergehen wird. Das weiß sie aber jetzt noch nicht. Warum traf ich dich denn überhaupt? Warum gabst du mir deine Nummer? Warum schiebst du es auf das Timing, obwohl du selbst alle Fäden in der Hand gehalten hast? Dies ist hier übrigens eine Abrechnung. Geh lieber. Schnell. Schau dich nicht mehr um, und kehre nicht mehr zurück. Dich dort zu treffen, wo ich dich am wenigstens vermutet habe - ja, wo ich selbst eigentlich nie bin - hat mich mehr getroffen, als ich es je gedacht hätte. Du verdrehst mir den Kopf, selbst wenn meine Lippen an einer anderen hängen. Du hast mir übel mitgespielt, ob wissentlich oder nicht. Und jetzt mache ich mit dir, was ich will. Du ziehst mich immer noch in deinen Bann, und dir nicht zu schreiben oder dich anzurufen, kostet alles was ich noch aufbieten kann.

Crawlin' back to you
Ever thought of calling when you've had a few?
Cause I always do
Maybe I'm too... busy being yours to fall for somebody new
Now I've thought it through
Crawling back to you

Aber die Zeit zu kämpfen ist vorbei. Ich krieche nicht zurück zu dir. Ich gehe nicht mal. Ich denke nicht mal daran. Du hattest deine Chance. Vorbei. Verdammt, wenn ich dich sehe, will ich dich küssen.

So have you got the guts?
Been wondering if your heart's still open
And if so I wanna know what time it shuts
Simmer down and pucker up
I'm sorry to interrupt
It's just I'm constantly on the cusp
Of trying to kiss you
I don't know if you feel the same as I do
We could be together if you wanted to

Machen wir uns nichts vor. Von dem Moment an, als dein Exfreund auftauchte, war deine Entscheidung gefallen. Alles danach war Zuckerguss; nett, aber nicht wirklich nötig.
Du hättest dich auf die großen Gefühle stürzen können, stattdessen verlässt du dich auf die vermeintlich soliden Gefühle aus der Vergangenheit. You are missing out. Selbst wenn ich mir das sage, wird es keinen Deut besser. Also verschwinde aus meinem Leben. Wie gesagt, du hattest deine Chance. Du hast sie so einfach liegen lassen, wie ich dich jetzt fallen lasse. (Nein, es ist nicht so einfach, aber wenn ich dich jetzt irgendwo liegen sähe, würde ich dich zumindest nicht mehr aufheben.)
Ich lade dich höflich dazu ein, dich von hier zu verpissen! (Wir wissen beide, dass du dich hier die letzten Tage jeden Tag herum getrieben hast. Warum auch immer.)

Zorn. Darauf ist Verlass. Das kann ich wenigstens noch ganz gut. Und du hast es verdient.

Mittwoch, 11. September 2013

Blickdicht X

Verblassenlassen.
Knick mich! Verdammt, knick mich bis ich verblasse wie ein Zitronenfalter, der gerade gestorben ist und schon beginnt sein falsches gelb zu verlieren, schluchzt Brian still in sich hinein. Danach rutscht er in ein Schaumbad voll Emotionen. Nass taucht er auf und schleppt sich an Land. Niemals zuvor war ihm so kalt. Könnte er doch das alles vergessen, dann würde ihm endlich wieder warm werden, da ist er sich sicher. Er tauscht seine Kleidung, seine Gefühle und seine Einstellungen gegen härtere und robustere aus. Ihm wird dadurch zwar einen kleinen Tacken wärmer, aber nur weil alles um ihn herum kälter wird. Er bezeichnet das als Erfolg und beginnt die weißesten Zitronenfalter, die man je gesehen hat, aus Eiskristallen zu schnitzen. Er knickt sie. Nichts passiert. Warum sollte es auch?
Vergessenmüssen.

Samstag, 7. September 2013

...

Ich habe mich erst um dich bemüht und dann um dich gekämpft. Alles was du getan hast, war dich für die sicherste aller Möglichkeiten zu entscheiden und deinen Exfreund zu nehmen, sobald er aufgetaucht ist.
Oh, und eins noch, wenn wir schon dabei sind. So einen Brief haben bisher nur besondere Menschen in meinem Leben bekommen. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich ihn dir hätte schreiben dürfen.

Garden State

Sam: You don't realize, this is good, this doesn't happen often in your life. We can work this stuff out. I want to help you, you know? We need each other...

Andrew Largeman: This isn't a conversation about this being over, it's, it's... I'm not, like, putting a period at the end of this, you know, I'm putting, like, an ellipsis on it, cause I'm- I'm- I'm worried that if I don't figure myself out, if I don't go like land on my own two feet, then I'm just gonna to mess this whole thing up, and this is too important. I gotta go... you changed my life in four days. This is the beginning of something really big. But right now, I gotta go.

.
.
.

[Last lines]
Sam: What are you doing?

Andrew Largeman: Remember that idea I had, about working stuff out on my own, and then finding you once I worked stuff out?

Sam: The ellipsis?

Andrew Largeman: Yeah, the ellipsis, it's dumb. It's dumb. It's an awful idea. I'm not gonna do it, okay? Cause like you said, this is it. This is life. And I'm in love with you... I think that's the only thing I've ever really been sure of in my entire life. And I'm really messed up right now, and I got a whole lot of stuff I have to work out, but I don't want to waste any more of my life without you in it. And I think I can do this. I mean, I want to. I have to, right?

Sam: Yeah. Yes!

Andrew Largeman: So what do we do? What do we do?

---

Vielleicht ist das der beste Film - aber eben nur ein Film. Das echte verfickte Leben funktioniert so nicht.

Wenn man alles versucht hat, hat man sich nichts vorzuwerfen? Bullshit.

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