Meine Ente. Die Gelbe.
Ich habe meine gelbe Ente verschenkt. Meine gelbe Ente. Nur ein Plüschtier, würden viele sagen. Aber sie war mehr als das. Sie war Reisebegleiter, Anstarrobjekt, Wurfgeschoss, Zuhörerin.
Aber ich habe sie verschenkt an jemanden, der sie dringender braucht als ich.
Jemand, der mir sehr viel bedeutet.
Und jetzt zweifle ich schon, ob es richtig war. Paradoxerweise hat mich jene Person, die nun die Ente besitzt, in eine Situation gebracht in der ich meine Ente vermisse.
Ich vermisse es, sie auf mein zweites Kopfkissen zu legen und meine Gedanken ausschließlich auf ihre zwei weißen Paddelfüße, ihren gelben Rumpf samt Kopf, die eher aussehen als wären sie vergilbt, als das man glauben könnte, dass sie schon immer so gelb sind, ihre stechend gelben Binnfaden-Schlitz-Augen, ihren weißen Schnabel, ihr weißes, sehr schmales Band, das sie um den Hals trug und sogar ihr weiß-graues verblichenes Schildchen zu konzentrieren. So konnte ich wirksam andere Gedanken vertreiben oder zumindest kurzzeitig vergessen, und mich beruhigen.
Ich vermisse es, sie mit aller Kraft gegen meine rote Rauhputzwand zu werfen, und dann wieder auf zu fangen. Ich lag dabei mit dem Rücken auf dem Bett, die Füße am Kopfende den Blick starr auf die Dachschräge gerichtet. Ich fand heraus, dass sie besser von der Wand abspringt, wenn man sie so wirft, dass sie um ihre Querachse rotiert und mit ihrem Hinterteil zuerst aufkommt. So konnte ich zum einen Aggressionen abbauen, zum anderen aber auch geduldig und beharrlich über ein Problem nachdenken.
Ich vermisse es, ihr die dümmsten Sätze zu zuwerfen, und abzuwarten wie sie reagiert. Oder ihr abends sachte an der Stelle, wo ihre Ohren hätten sein sollen, die Veränderungen, die der Tag mit sich brachte, einzuflüstern. Manchmal schwieg ich sie auch einfach nur an, zufrieden damit, dass sie, als einzige andere Person im Raum auch ihren Schnabel hielt, und es -wie ich- genoss. Sie selbst klagte nie über ihre Probleme, stellte keine Forderungen und war einfach zufrieden damit, in meinem Bett wohnen zu dürfen.
Nun sitzt da ein komischer Elch in meinem Bett - aber der prallt nicht von der Wand ab, egal wie ich ihn werfe, sondern fällt immer nur gerade nach unten, so dass ich mich bewegen muss, um ihn wieder zu bekommen.
Ich habe meine gelbe Ente verschenkt. Vielleicht vorschnell.
Aber ich habe sie verschenkt an jemanden, der sie dringender braucht als ich.
Jemand, der mir sehr viel bedeutet.
Und jetzt zweifle ich schon, ob es richtig war. Paradoxerweise hat mich jene Person, die nun die Ente besitzt, in eine Situation gebracht in der ich meine Ente vermisse.
Ich vermisse es, sie auf mein zweites Kopfkissen zu legen und meine Gedanken ausschließlich auf ihre zwei weißen Paddelfüße, ihren gelben Rumpf samt Kopf, die eher aussehen als wären sie vergilbt, als das man glauben könnte, dass sie schon immer so gelb sind, ihre stechend gelben Binnfaden-Schlitz-Augen, ihren weißen Schnabel, ihr weißes, sehr schmales Band, das sie um den Hals trug und sogar ihr weiß-graues verblichenes Schildchen zu konzentrieren. So konnte ich wirksam andere Gedanken vertreiben oder zumindest kurzzeitig vergessen, und mich beruhigen.
Ich vermisse es, sie mit aller Kraft gegen meine rote Rauhputzwand zu werfen, und dann wieder auf zu fangen. Ich lag dabei mit dem Rücken auf dem Bett, die Füße am Kopfende den Blick starr auf die Dachschräge gerichtet. Ich fand heraus, dass sie besser von der Wand abspringt, wenn man sie so wirft, dass sie um ihre Querachse rotiert und mit ihrem Hinterteil zuerst aufkommt. So konnte ich zum einen Aggressionen abbauen, zum anderen aber auch geduldig und beharrlich über ein Problem nachdenken.
Ich vermisse es, ihr die dümmsten Sätze zu zuwerfen, und abzuwarten wie sie reagiert. Oder ihr abends sachte an der Stelle, wo ihre Ohren hätten sein sollen, die Veränderungen, die der Tag mit sich brachte, einzuflüstern. Manchmal schwieg ich sie auch einfach nur an, zufrieden damit, dass sie, als einzige andere Person im Raum auch ihren Schnabel hielt, und es -wie ich- genoss. Sie selbst klagte nie über ihre Probleme, stellte keine Forderungen und war einfach zufrieden damit, in meinem Bett wohnen zu dürfen.
Nun sitzt da ein komischer Elch in meinem Bett - aber der prallt nicht von der Wand ab, egal wie ich ihn werfe, sondern fällt immer nur gerade nach unten, so dass ich mich bewegen muss, um ihn wieder zu bekommen.
Ich habe meine gelbe Ente verschenkt. Vielleicht vorschnell.
Arakasi - 11. Apr, 00:12