Als könnte man mit der Motorsäge verquere Gedanken verdichten, die ich nicht habe.
Als könnte man ein Lächeln falsch interpretieren. (Was man definitiv kann!)
Als könnte man immer wissen, was das Richtige ist. (Was man definitiv nicht kann!)
Manchmal muss man einfach nur etwas riskieren ohne sich dessen bewusst zu sein.
Manchmal muss man die Zeit beschwören für einen zu ticken und nicht dagegen.
Manchmal ist "ziemlich wundervoll" ziemlich untertrieben und trotzdem mehr als genug.
Arakasi - 11. Jul, 02:18
Kann man lesend an einem Buch ersticken? Oder vielleicht platzt auch einfach nur der Kopf?
Das ist zuviel, zuviel, zuviel - und eigentlich nur Fantastisches und Richtiges, aber zuvielzuvielzuviel.
Arakasi - 3. Jul, 20:37
Spaßeshalbernecken.
Französische Küsten dort oben, selbst ganz oben bei den Normannen, können keine Mädchen verdummen. Ein Liter schwarzer Tee mit Minze, dem Saft einer Zitrone und einem klitzekleinen Löffel Zucker, egal wie hoch er auch gehäuft sein möge, machen noch keinen süßen Eistee. Und knisternde Spannung in der Luft macht noch lange keine Dummheit.
Manches davon musste die kleine Sue feststellen, als sie ihrem Kumpanen vorwerfen wollte, dass er heute etwas verbrannt hätte - verpasst, meinte sie eigentlich. Verbrannt. Chancen verbrannt, die man nicht hatte. Chancen verpasst, die man hatte, obwohl man es nicht wusste. "In den Nächten musste ich dich ausboxen", ein Wort wie ein Wischmob, treffend gewählt; jedoch wäre jetzt damals, dann rette sich wer kann - Sue jedenfalls nicht. Arroganter, selbstironischer Charme und die entscheidende Prise Harmlosigkeit, vorgetäuschte. Wer nicht tanzen will, der hat schon. Eine Flasche Wein am Main macht noch keinen Sommer. Sommer ist Gewitter und Blitz und Donner. Für Sue allerdings nur folgendes: Kein Knall, keine Lichtbögen und erst recht kein Grollen. Immerhin.
Manchen fällt der Himmel auf den Kopf. Sue tropft die Weisheit aus den Ohren auf ein langes Stück Papier. Wenn sie ein wirklich wichtiges Anliegen hat, schafft sie es, 6m 30cm weit zu tropfen, aber niemand versteht sie.
Ernstesnachgedenk.
Arakasi - 11. Jun, 00:59
Mal sieht es so aus. Mal scheint es anders. Und dann wieder ist es völlig undurchschaubar, ehe es wieder so aussieht...oder auch anders.
Wie so ein Wackelbild, das dutzende verschiedene Bilder zeigen kann, aber auch mal, wenn es will, garnicht funktioniert. Und die Bilder sind natürlich nie dieselben - außer manchmal. Sonst wäre es zu einfach.
Arakasi - 6. Jun, 03:50
Einfach etwas aussitzen...wer macht heutzutage sowas schon noch? Es hat doch kaum noch jemand 4, 5 Zentimeter reines, gutes, durchtrainiertes Sitzfleisch.
Ist die Musik in dem einen Club gerade mal nicht gut, dann geht man halt zum nächsten.
Manche Sachen muss man einfach aussitzen. Man muss während des Aussitzens auch nicht reden, Spaß haben oder ein fröhliches Gesicht machen, aber Geduld hilft. Fast immer wird es irgendwann besser; manchmal eher, manchmal später.
Vielleicht hätten wir es einfach aussitzen sollen. Irgendwann wären die Gefühle gekommen; sie hätten kommen müssen, so gut wie wir uns verstanden haben - sie wären doch bestimmt gekommen?
So aber sind wir "beide gut aus der Sache heraus gekommen", das ist doch was...nur warum schaust du dann so? Und warum soll ich erst reden und erzählen, und wenn ich erst einmal ins Reden und Erzählen gekommen bin, musst du los und weg und brichst mich ab, wie man nur jemanden abbricht, von dem man nichts mehr hören mag.
Nein, wahrscheinlich wären keine Gefühle gekommen, weil Gefühle resistent gegen Aussitzen sind - oder weil meine Gefühle schon eine ganze Weile aussetzen müssen.
Ich blicke gerne auf die Zeit zurück und ich glaube zu wissen, dass es mir leid tut, obwohl es da - und genau das würdest du sagen und ich sehe dich vor mir wie du es sagst - garnichts gibt, was auch nur irgendwem leid tun müsste.
Arakasi - 4. Jun, 02:12
"It was the best of times, it was the worst of times, it was the age of wisdom, it was the age of foolishness, it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity, it was the season of Light, it was the season of Darkness, it was the spring of hope, it was the winter of despair, we had everything before us, we had nothing before us, we were all going direct to heaven, we were all going direct the other way - in short, the period was so far like the present period, that some of its noisiest authorities insisted on its being received, for good or for evil, in the superlative degree of comparison only."
Charles Dickens
Keine französische Revolution mehr hier und jetzt - aber vielleicht eine kleine innere.
Betrachtet euch als vorgewarnt, ihr, die das hier sowieso nicht lesen.
Arakasi - 20. Mai, 03:10
Wettentspanntwarten.
Ich bräuchte zwei, besser drei Schaufelbaggerladungen voll Gelassenheit, dachte sich der Cola-Verschluss gerade noch etwas nervös, als er plötzlich ein sanftes Ziehen und dann eine starkes Drehen wahrnahm.
Vermutlich unabhängig davon - es sei denn Schokomüsli hat telepathische Fähigkeiten - , jedoch nur etwas später, stellte das Schokomüsli dagegen völlig nüchtern fest, dass es noch gut ist für zwei, maximal drei Schüsseln Müsli - aber auch nur wenn die Motte nicht entdeckt wird, die gerade durch das Müsli krabbelt und es dabei sehr kitzelt.
Bei der Gasflamme dagegen kann man sich sicher sein, dass sie keinerlei Telepathie beherrscht (oder hat man schon jemals von Gasflammen mit telepathischen Fähigkeiten gehört? Nein, natürlich nicht, das wäre auch Unsinn) und so kann es nur Zufall sein, als sie sich noch am gleichen Abend gerade mal wieder bestätigt fühlen wollte, dass sie zwar nur ab und an brennt, aber de facto unendlich ist; jedoch ihr der Abbau und die Umrüstung zu einem Konvektionsherd da dazwischen kam.
Hoffnungsvermutetgedulden.
Arakasi - 19. Mai, 03:07
Die kleine Cami konnte schon immer besonders gut eigentlich positive Nachrichten den anderen Kindern im Sandkasten so vermitteln, dass diese zu heulen begonnen haben. Das hat sich bis heute nicht verändert. Jetzt sind es nur keine Kinder in Sandkästen mehr, sondern Buben in entfernten Städten. Buben weinen natürlich auf gar keinen Fall - sie schlucken nur schwer und schlafen schlecht.
Niemand weiß, ob das Camis Absicht, oder eine Freiheit ist, die sie sich einfach heraus nimmt.
Arakasi - 18. Mai, 02:24