Montag, 25. Januar 2010

...

Glücklicherweise kann man sich nicht nur beim Spiel mit dem Teufel die Finger verbrennen und damit ihnen wieder etwas Leben einheizen, sondern auch indem man beide Hände im Mund versteckt.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Unvollendet in Pink und auf der Zunge macht es "bzzzzzzzzz"

Antigua schlenderte ihr ganzes Leben über Straßen, wie andere Menschen auf Eis laufen; schlitternd.
„Ab heute ändert sich das!“, beschloss sie gestern und in den letzten 25 Stunden geschah folgendes:

„Ab heute ändert sich das!“, sind ihren letzten Worte, als sie an einem sonnigen Frühjahrsmorgen, kurz nach einem heftigen Regenschauer, den Regenbogen gen Himmel erklimmt, ehe sich dieser direkt unter ihr auflöst und sie zurück auf dem Boden, dem schroffen, ihr unbekannten "Boden der Tatsachen", landet. Keine Träumereien mehr, kein Fantastereien und vor allem keine was-wäre-wenn-Spielchen in ihrem Kopf mehr, sondern nur noch die nackte Realität.
Antigua war noch nie ein Kind von Traurigkeit gewesen. So bastelte sie sich mit sieben Jahren einen Heißluftballon, mit acht flog sie mit ihm über jeden großen Teich, den sie finden konnte und mit zehn schließlich konnte sie sich in eine Rakete verwandeln und bis zum Mars düsen.
Ganz verdattert sitzt sie nun auf der Wiese, die ihr ungewöhnlich ungemütlich vorkommt und unsagbar pieckst. Der Regenbogen ist für sie auch nicht mehr das, was er mal war: seine Farben sind so blässlich, als wäre er durch Milch gezogen worden. Langsam rappelt Antigua sich auf, klopft sich Grashalme und Staub von den Kleidern und überlegt, noch immer etwas bedröppelt, wohin sie auf dem Regenbogen denn überhaupt unterwegs gewesen war.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Kaskadenhimbeeren

Das sei einfach nicht deine Art, war deine Antwort auf meine Frage, ob wir nicht herum knutschen könnten, um einen Elefantenlöwen einen Stich in die Magengegend zu verpassen; deiner Antwort ließt du deinen entzückenden, braven Augenaufschlag folgen, der zusammen mit deiner adretten Kleidung nur einen Schluss zu ließ: du bist die Unschuld in persona. Dabei seist du alles andere als unschuldig, sondern die Tochter des Teufels in Himbeerrot - wie du mir neulich erzähltest.
Während du metaphorisch auf mich einschlägst, komme ich nicht umhin mich zu fragen, ob man in der Nähe von Wasserfällen ersticken kann, Ein Bekannter meinte neulich, dass es keinen Unterschied macht, ob man erstickt oder gevierteilt wird; denn tot sei schließlich tot. Ein solcher Pragmatist. Die Romantiker unter uns ziehen lapidare Abgeschiedenheit jedem Totsein vor - und außerdem ein Plüschkaninchen für dich aus dem Hut, den sie vorher unter den Sentimentalen wandern ließen.
"Oh, ein Plüschkaninchen", frohlockst du, ehe du dazu übergehst in deinem schlichtem Alltag noch ein Stück weiter zu versinken wie ich in einem Buch, dessen Titel in Treibsand geschrieben steht.

Dienstag, 24. November 2009

Vorsicht

Meine Sehnsucht hat wieder
einen Namen der mich anfüllt
mit Glück und Schmerz.
Dabei hat sich nichts merklich geändert
Ich geh durch die Tage lächelnd
wie er durch mich geht
mit seinem Geruch seiner Stimme
seiner Gestalt die mein Verlangen prägt
seinem Leib der den meinen ganz und gar umkleidet
Ich versuche mit aller Kraft
nicht zu sagen
Komm oder Geh oder Bleib.

von Ulla Hahn


Ich mag das Gedicht sehr - nur ist das "er" immer ein anderer, aber niemals ein "ich". Aber da kann man wohl nichts machen.

Freitag, 13. November 2009

Will You Smile Again For Me?

Die Anwandlung eines Hauchs nur, ein winziges Fitzelchen wenn überhaupt oder maximal einen kleinen Tacken hat das wundervollste Lächeln eingebüßt, als es eines Tages wieder auf der Bildfläche aufgetaucht ist. Zuerst ist mir das auch garnicht aufgefallen; alles schien wie immer. Das Lächeln war umwerfend. Es hat sogar damit gedroht drei Meter in alle Richtungen groß zu werden und mich platt zu machen, während ich nur ungläubig mit dem Kopf schütteln konnte.
Es hat mich provoziert. Ich habe es mit allerhand ironischem Krimskrams aufgezogen. Es hat sich gewehrt. Ich habe nach Wendungen gesucht, um zurück zu schlagen. Es hat noch einen oben drauf gesetzt. Ich habe nach Worten gerungen, um nicht unter zu gehen.
Es war grandios; alles schien wie immer.
Das wundervollste Lächeln raucht jetzt. Es musste damit anfangen, dort wo es gewesen war, weil es anders nicht auszuhalten gewesen wäre. Aber, so erklärte es mir schmunzelnd, es wäre ja schon wieder am aufhören, doch dies müsse langsam geschehen, man solle nur nichts überstürzen und das mache es bei allen Dingen so. Nickend, stimmte ich ihm zu, nicht ohne die zusammengepressten Lippen bei der Erklärung gesehen zu haben.
Unsere Zeit zusammen war schon fast vorbei - dem kurzen Nicht-Lächeln wollte ich schon keine Bedeutung mehr beimessen - als aus dem Lächeln ein Mund wurde, der plötzlich erzählte und erzählte über jene Zeit, als das Lächeln abgetaucht war. Es war eine Lächeln-feindliche Zeit gewesen, eine Zeit in der Niedergeschlagenheit und Tränen die Herrschaft übernommen hatten. Ich war sowohl davon überrascht, als auch von mir, wie normal ich damit umgehen konnte - bis...da muss ich kurz ausholen:
Man stellt sich ein Lächeln ja eher so als Mund vor: ein Mund mit nach oben gezogenen Mundwinkeln. Natürlich ist das wundervollste Lächeln viel komplexer (ein Grübchen hier, eine Nuance mehr Ausstrahlung dort usw.), doch darauf will ich gar nicht hinaus, sondern darauf, dass das wundervollste Lächeln einen Körper hat. Mit Füßen, Beinen, Rumpf, Armen, Händen und das Lächeln das den Kopf fast überstrahlt. Gut, das wäre verstanden.
Also zurück:
- bis... ich eine Narbe und feine Pünktchen links und rechts davon direkt hinter jeder Hand, längs auf dem Unterarm entdeckt habe - und als ich sie erstmal entdeckt hatte, musste ich mich zwingen nicht andauernd dorthin zu schauen. Ich konnte nichts dazu sagen und dann verabschiedeten wir uns bald darauf.
Obwohl alles fast wie immer war, schien es plötzlich, dass auch nichts jemals wieder gewesen sein könnte.

Dienstag, 3. November 2009

Gewittervorhersage

So sehr wie es jetzt schon bei dir prickelt, wird es das nächste oder spätestens das übernächste Mal so richtig einschlagen.
Wobei manchmal aber auch die beste Vorhersage sich irrt; hoffentlich.

Eine andere Perspektive

Früher war ich derjenige mit dem sich Nächte um die Ohren geschlagen wurden, alles andere stehen und liegen gelassen wurde, wenn wir miteinander reden konnten und deine Freunde sich wunderten, wer denn der Typ ist, mit dem du soviel Zeit verbringst.

Jetzt rutsche ich allmählich in die Rolle deiner Freunde - und so ganz finde ich mich darin noch nicht zurecht. Es fühlt sich zu sehr nach einer Nebenrolle an, wo doch die Hauptrolle damals so greifbar schien. (Filmmetaphern sind paradox; denn keine Wirklichkeit lässt sich mit einem Film vergleichen und gerade deswegen wird die Metapher jetzt überstrapaziert bis sie auseinander reißt) Doch in seltenen Fällen wünsche ich mir in Filmen, dass aus einer Nebenrolle ein eigener Film gemacht wird, weil diese augenscheinlich viel mehr Tiefgang verspricht, als all die aufpolierten Hauptdarsteller. Ich will genau so eine Nebenrolle zu werden.
Eine Nebenrolle auf die ich gerne zurück blicken werde.
Eine Nebenrolle, die niemand vermissen würde, wenn sie der Film nicht hätte, aber es dem Film gut tut, dass es sie gibt.
Eine Nebenrolle zum Festkrallen; immer im Hintergrund, aber immer da.

Doch auch die beste Nebenrolle findet sich nur ganz unten auf einem Kino Plakat; so groß, dass man sie normalerweise nicht lesen kann. Wer erinnert sich schon an die Oscar-Preisträger, der letzten Jahre, die für ihre beste Nebenrolle gewürdigt wurden?

Lieber eine Hauptrolle in einem Independent-Film, als eine Nebenrolle in einem Hollywood-Schinken.

Zeit für den Filmriss...ritschratschreibekuchen

Freitag, 30. Oktober 2009

F-U-C-K.

(nothing more here)

Freitag, 31. Juli 2009

Blickdicht V

Ordinärfarben.
Weiß oder lila und gelb; jedenfalls stürzen sich weder Weiß noch die Farben in unbekannte, lockende Fluten, wenn sie das heimische Gefilde ganz in Ordnung finden, behauptet Eleisa, als sie gerade in ihrer ganz eigenen Art die hitzige Diskussion mit ihrem Kater weiter anheizen möchte, um ihn aus der Reserve zu locken. Mehr als ein mitleidiger Blick ist ihm diese wilde Spekulation allerdings nicht wert. Da will doch keine Farbe mehr ein Risiko eingehen, poltert Eleisa und legt noch einen nach, und geben sich mit ihrer Normalität zufrieden: nur weiß, kein wundervolles schneeweiß oder gar schlohweiß, nur lila und gelb, kein entzückendes fliederfarben und erfrischendes citrongelb. Dem Kater ist das sowas von egal und geht erstmal was mampfen. Ach, diese Farben...sie bringen mich noch um meinen Verstand, klagt Eleisa - wie immer - schlussendlich.
Dass du dir aber auch immer Hoffnungen machen musst, dass gerade du etwas ändern könntest, kaut der Kater ihr etwas vor, und du willst doch gar nicht völlig bei Verstand sein.
Konspirativfarben?

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